ME TOO?

Kategorie
bildungsfreiraum
Datum
4. Dezember 2020 14:00 - 5. Dezember 2020 18:00

 

Es gehört wohl zu den schlimmsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann: Von einem anderen Menschen sexuell missbraucht zu werden ist ein höchst traumatisches Erlebnis. Lange wurde den Betroffenen nicht geglaubt und damit deren Leid noch vergrößert. Hier hat es eine wichtige Weiterentwicklung in Therapie und Medizin gegeben.
Aber in letzter Zeit scheint es eine Tendenz zu geben, die in eine völlig andere Richtung geht: Zunehmend berichten Menschen, dass sie die „Diagnose" Missbrauch ohne wirklichen Hinweis vorgeschlagen bekommen und dadurch in ihrer Selbstwahrnehmung sehr verunsichert werden. Hinter schwierigen Lebensthemen wird vorschnell Missbrauch vermutet.
Dabei gibt es eine Menge Unklarheit, was überhaupt unter sexuellem Missbrauch zu verstehen ist. Neben schweren körperlichen und psychischen Übergriffen oder Misshandlungen werden oft auch unangenehme Erlebnisse aus der Kindheit als Missbrauch bezeichnet. Das führt zu einer Unschärfe des Begriffs und zu einer Unklarheit was gemeint ist, wenn von sexuellem Missbrauch gesprochen wird. Die Realität rund um Missbrauch ist sehr komplex! Möglicherweise sind Gefühle, die wir in uns tragen, auch von traumatischen Erfahrungen früherer Generationen ausgelöst. Neuere Erkenntnisse aus der Gedächtnisforschung weisen in eine Richtung, dass sich manche Erinnerung als konstruiert herausstellt.
Je nach dem Alter der Betroffenen, dem Naheverhältnis zu den Tätern und der Gewalttätigkeit und Häufigkeit der sexuellen Handlungen hat Missbrauch unterschiedlich schwere Folgen für die Betroffenen. Und doch geht es letzten Endes immer darum, aus sehr schwierigen Phasen wieder herauszukommen und neuen Lebensmut zu fassen.
In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit Definitionen: Wann spricht man von sexuellem Missbrauch? Welche Folgen hat dieser für Betroffene?  Und welche Möglichkeiten bieten sich, mit dieser Lebenserfahrung langfristig gut umzugehen?

Der Workshop ist erlebnisorientiert konzipiert und kann daher bei Betroffenen starke Emotionen auslösen.
Zielgruppe sind Menschen, die mit Menschen arbeiten (wollen).

Termin: 4. und 5. Dezember 2020
Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h

Gestaltung: Andrea Satzinger-Plappart und Silke Ortner

Ort: Raum zum Wachsen, Altstadt 2, 4020 Linz

Preis: 240,- (15 UE)

 

Information und Anmeldung:

www.bildungsfreiraum.com

e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel.: 0699 12290785 (Eva Gütlinger)

Eine Anrechnung dieses Kurses für eine Lebens- und Sozlaberater*innen-Ausbildung (in Planung) wird angestrebt und ist voraussichtlich möglich.

 

Diese Weiterbildung ersetzt keine Traumatherapie!
Die enthaltene Selbsterfahrung dient primär zur persönlichen Weiterentwicklung und Selbsterkenntnis. Eigene traumatische Vorerfahrungen sollten mit qualifizierten Berater*innen und psychotherapeutischen Begleiter*innen bearbeitet werden. Gerne stehen die Trainerinnen nach Vereinbarung auch für Einzelberatungen zur Verfügung.

 

 
 

Alle Daten

  • Von 4. Dezember 2020 14:00 bis 5. Dezember 2020 18:00