Trauma Vom Stillstand zur Lebensentwicklung

Weiterbildung für Psychotherapeut*innen

Als Psychotherapeut*innen sind wir oft mit den schwierigen und schmerzhaften Seiten des Lebens konfrontiert. Die Aufgabe Menschen durch Krisen zu begleiten und sie dabei zu unterstützen, ein würdiges Leben mit ihren Belastungen und Einschränkungen zu führen, ist vielfältig, spannend und manchmal sehr herausfordernd. 
Gerade Menschen mit traumatischen Vorerfahrungen brauchen eine besondere Form von Verständnis und Begleitung. Ein vertiefendes Wissen über Trauma macht dabei die Therapie für alle Seiten professioneller und erfolgreicher. 
Der Lehrgang „Trauma – vom Stillstand zur Weiterentwicklung“ enthält sowohl theoretische Grundlagen wie auch Elemente der Selbsterfahrung und Supervision. Das vermittelte Wissen ist dem aktuellen Stand von Forschung und Praxis der Traumatherapie entnommen und gilt übergreifend für humanistische und systemische Therapierichtungen. 
Ein umfangreiches Skriptum vermittelt Hintergrundwissen und Arbeitsmaterial.
Das Curriculum ist akkreditiert vom Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie.

AUFBAU DER WEITERBILDUNG

    Modul 1: Was ist Trauma?

    Das erste Modul vermittelt Basiswissen über Psychotraumatologie. Neben konkreten Inhalten arbeiten wir auch an den eigenen Zugängen: Wie geht es mir mit Trauma und traumatisierten Klient*innen? 

    Unterschiedliche Menschenbilder und Schulen werden einbezogen. Die vermittelte Theorie ist dem aktuellen Forschungsstand angeglichen und bietet die Grundlage für die Arbeit mit Trauma, in der vor allem auch die Überlebensleistung und die entwickelte Resilienz gewürdigt wird.

    • Einführung in die Psychotraumatologie – Basics, Wissen, Theorie
    • Status Quo in der Traumaforschung 
    • Diagnostik – hinter welchen Krankheitsbildern kann man Traumata finden
    • Strukturelle Dissoziation
    • Chronische Traumatisierung
    • Haltung, Selbstwahrnehmung
    • Salutogenese
    • Resilienz

    Dauer: 1. und 2. Oktober 2021, 26. und 27. November 2021, 25. und 26. Februar 2022 (jeweils Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h


    Modul 2: Rechtliche Grundlagen

    Um mit akut traumatisierten Menschen arbeiten zu können, braucht es auch Wissen um die rechtlichen Rahmenbedingungen. Wie werden Gerichtsverfahren, Zeugeneinvernahmen usw. abgewickelt, wie sind Strafrahmen und Bestimmungen, womit müssen die Betroffenen rechnen? Grundlagenwissen um verantwortlich arbeiten zu können.

    • Definitionen 
    • Rechtliche Rahmenbedingungen 
    • Gerichtsverfahren
    • Unterstützende Einrichtungen

    Dauer: 22. und 23. April 2022 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 3: Traumaspezifische Impulse

    In der Arbeit mit traumatisierten Menschen hat sich eine Vielzahl von Methoden und Impulsen entwickelt, die hilfreich für die Begleitung von betroffenen Personen sind. Unabhängig von der eigenen Therapierichtung können sie wirksame Interventionen darstellen. Die erlernten Techniken werden in Peer- und Praxisgruppen vertieft.

    • Screening
    • Sicherer Ort / Tresor / Leinwand...
    • Achtsamkeitsübungen / Erdungsübungen
    • Stabilisierungstechniken
    • Ego-States 
    • Ressourcenorientierung

    Dauer: 24. und 25. Juni 2022 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 4: Trauma im Gehirn

    Traumatische Erfahrungen können massive Einflüsse auf die Gehirnentwicklung von Kindern und Erwachsenen haben. Trauma hinterlässt Spuren im Denken und in den betroffenen Gehirnvernetzungen. Dabei entstehen die Erinnerungen im gegenwärtigen Augenblick und sind durch Emotionen beeinflusst. Doch geht es schlussendlich nie um Wahrheiten, sondern um Entwicklungsmöglichkeiten.

    Welche Anregungen braucht das Gehirn, damit es sich im Jetzt positiv weiterentwickeln kann?

    • Wie wirkt Trauma auf die Gehirnentwicklung
    • Aufbau und Plastizität des Gehirns
    • Lernanregungen für das Gehirn
    • Funktionen von Erinnerung
    • False Memories

    Dauer: 23. und 24. September 2022 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 5: Transgenerationale Traumatisierung

    Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Trauma über Generationen vererbt wird und sich sogar genetisch abbildet. Im Leben jedes Menschen zeigen sich Muster in Beziehungen, im Essverhalten, in Glaubenssätzen usw. die von den Vorfahren übernommen wurden. Mit bewusster therapeutischer Begleitung können sich nachweisbar auch die epigenetischen Prägungen wieder verändern.

    • Konzept der transgenerationalen Traumatisierung
    • Epigenetische Auswirkungen
    • Therapeutische Interventionen
    • Auswirkungen und Auslöser 

    Dauer: 25. und 26. November 2022 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 6: Trauma und Bindung

    Traumatische Erfahrungen geschehen oft in einem Naheverhältnis. Das stört die Entwicklung einer gesunden Bindungsfähigkeit und schädigt nachhaltig die Beziehungsmöglichkeiten. Das Wissen über Bindungsstile und ihre Entwicklung unterstützt im Therapieprozess. Um wieder vertrauensvolle Beziehungen eingehen zu können.

    • Bindungsstile
    • Bindungsstörungen
    • Diagnose und Behandlung
    • Entwickelte Beziehungsmuster

    Dauer: 17. und 18. Februar 2023 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 7: Gender & Diversity

    Traumatische Erfahrungen haben ein Geschlecht. So erleben Frauen, Männer und LGBT/Queer-Personen oft andere Formen von Traumatisierung. Des weiteren wird die Erfahrung psychisch, physisch und sozial anders bewertet und verarbeitet. Dazu kommt der höchst unterschiedliche Umgang mit Trauma in Kulturen außerhalb Mitteleuropas. Wir möchten einen sensibilisierten Blick auf die Unterschiede eröffnen.

    • Konzept Gender – soziales Geschlecht 
    • Diversity als Denkmodell
    • Trauma bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen 
    • Kultur und Gesellschaft 

    Dauer: 21. und 22. April 2022 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 8: Herausforderungen für die Therapeut*innen

    Die Arbeit mit Trauma wird auch als Königsdisziplin der Therapie bezeichnet. Mit guten Grundlagen lässt sich diese Disziplin meistern. Der Blick auf spezifische Herausforderungen macht die Arbeit bewusst und lässt die Interventionen klarer werden. Dieses Modul ist eng mit den Praxis- und Selbsterfahrungsgruppen verschränkt.

    • Familiendynamiken
    • Psychohygiene
    • Sekundäreffekte
    • Pädagogische Zugänge
    • Glaubenssätze der Therapeut*innen
    • Beziehung Opfer und Täter*innen

    Dauer: 23. und 24. Juni 2023, 6. und 7. Oktober 2023 (jeweils Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Modul 9: Praxisgruppe

    Begleitend zur Ausbildung finden Gruppensupervisionen statt, in denen eigene Erfahrungen mit Klient*innen mit eingebracht werden können. Der Austausch in der Gruppe vertieft das Wissen, stärkt die Kompetenzen der Therapeut*innen und macht Lernen voneinander möglich.

    Dauer: 11. März 2022, 16. September 2022, 17. März 2023, 16. September 2023


    Modul 10: Kreativer Abschluss

    Jede Weiterbildung ist eine Reise mit theoretischen Stationen, praktischen Erfahrungen und persönlichen Entwicklungen. Im Abschlussmodul steht Reflexion im Zentrum. Dabei bringen die Teilnehmer*innen eigene kreative Arbeiten (Darstellung des Lernweges, Vertiefung eines Themas, Texte, Collagen, Filme...) ein und teilen so den Reichtum des Lernschatzes.

    • Reflexion
    • Präsentation kreative Abschlussarbeit
    • Abschlussfest

    Dauer: 1. und 2. Dezember 2023 (Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h)


    Peergroups:

    Zwischen den Modulen sind die Teilnehmer*innen aufgefordert, die Lernerfahrungen in Peergroups praktisch zu vertiefen. In der geschützten Gruppe ist es möglich etwas auszuprobieren, an sich zu zweifeln und vor allem sich weiterzuentwickeln.

    Dauer: 13 Peergroups à 3 h = 39 h

    Die Peergroups werden im Zertifikat bestätigt.


    DAUER DER WEITERBILDUNG

    14 Seminare (jeweils Freitag 14 – 19 h, Samstag 10 – 18 h) à 15 UE = 210 UE

    im Zeitraum von 2 Jahren + Peergroups

    Die Weiterbildung findet in einer Gruppe von mind. 8 und max. 16 Personen statt.

    Ausführliche schriftliche Lehrgangsunterlagen werden zur Verfügung gestellt.



    BEGLEITUNG

    Ing.in Andrea Satzinger-Plappart

    Ausbilderin für PsychotherapeutInnen APG•IPS – Personzentrierte Psychotherapeutin in freier Praxis – Supervisorin – Coach. Zertifizierte Weiterbildung in Traumatherapie und Jugendpsychotherapie.


    Mag.a Silke Ortner

    Juristin und systemische Familientherapeutin. Arbeit in verschiedenen Institutionen und seit 2014 in freier Praxis. Zertifizierte Weiterbildung in Traumatherapie


    Dr.in Katharina Fischer

    Personenzentrierte Psychotherapeutin und Supervisorin in freier Praxis, Ausbildnerin der APG-IPS, Erziehungswissenschaftlerin, Lehrbeauftragte an verschiedenen internationalen Universitäten, Berufserfahrung im psychosozialen Feld.


    Dr.in Cordula Reimann

    Arbeitet als selbstständige Erwachsenbildnerin, Coach, Mediatorin und Trainerin zu Fragen von (transgenerationellem) Traumata, Interkulturalität, Konflikt, Geschlecht, und Persönlichkeitsentwicklung. Als internationale Beraterin und Trainerin unterstützt sie Nichtregierungs- und Regierungsorganisationen zu den Themen Strategieplanung, Organisationsentwicklung, Trauma- und Konfliktsensitivität, Wirkungsmessung und Geschlechtergleichheit in der internationalen Zusammenarbeit, Menschenrechts- und Friedensarbeit. 



    ORT

    HP23, Hauptplatz 23, 4020 Linz https://hauptplatz23.at


    KOSTEN

    € 4.200,- (Mwst.-befreit), zahlbar in Raten


    INFOS UND ANMELDUNG

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    Meine Achtung vor dem "Gewebe des Lebens"
    das sich in Aufstellungen zeigt, wird mit jeder Aufstellung mehr.
    Und auch meine Dankbarkeit, mit Hilfe dieser Arbeit
    zu Heilungsprozessen beitragen zu können.